Teil 2 – Der Friedensrasen

Grund für den Namen „Friedensrasen“  war folgendes Ereignis:

Am 18. Juni 1871 wurde der Friedensvertrag zwischen Frankreich und Preußen abgeschlossen, an diesem Krieg hatten auch Ritschenhäuser teil genommen und konnten glücklich heim kehren.

Dies nahm man zum Anlass und pflanzte auf den Platz am Ende des Dorfes neben der Mühle eine Friedenseiche. Am 19.Juni 1871 wurde die Eiche um 14 Uhr mit einer Andacht des Pfarrers Starkloff gepflanzt, und der Platz wurde Friedensrasen getauft.

In der Folgezeit wurde der Platz auch als Rastplatz für durchziehende Fahrensleute genutzt, sehr zum Gaudi der Kinder, wie uns unsere Mütter und Großmütter berichteten.

Der damalige Friedensrasen wurde durch die Straße geteilt. Vom Dorf kommend war rechts der Platz mit der Friedenseiche, begrenzt durch den Mühlgraben. Auf der linken Seite war am Zusammenlauf zwischen Jüchse und Mühlgraben eine sogenannte Wässerung. Hier konnte mit Brettern das Wasser angestaut werden, um die Wiesengräben  zur Jüchse zu bewässern. Als Nebeneffekt war dies bis zur Brücke eine Badestelle für die Kinder – und abends auch für die Erwachsenen. Damals befand sich auch noch eine Rasenfläche neben dem Wasser. Hinter der Wässerung befand sich der von unzähligen Gänsen bevölkerte Gänserasen, welcher bis zum Backhausweg (heute nicht mehr öffentlich zugänglich) reichte.

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Im Jahre 1951 wurde neben dem Friedensrasen auf den Wiesen von Edwin Fickel und Alfred Other ein Sportplatz gebaut, bis dahin wurde die sogenannte Lehmegrube der alten Ziegelei bei Wölfershausen als Sportplatz genutzt.

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Baracke auf dem Friedensrasen, mit Blick Richtung Jüchse und Eichelberg

Die Gemeinde kaufte von dem nach Meiningen umgesiedelten Concordia-Werk (später Mewa Stahlgabelwerk) zwei leere Wohnbaracken vom Zehnersweg und baute sie unter der Friedenseiche auf dem Friedensrasen als ein Gebäude wieder auf. Diese Baracken sollten für einige Jahre als Umkleideräume für die Fußballer und Handballfrauen dienen.

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Nutzung der Baracken für die Sportvereine in den fünfziger Jahren

Einige Zeit später wurden diese Räume als Kindergarten genutzt, der Sandkasten war unter der Friedenseiche. Später wurde der Kindergarten in das ehemalige Schulgebäude verlegt.

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Sandkasten unter der Friedenseiche, in den fünfziger Jahren

Die nun leer stehende Baracke wurde als Wohnung für den ehemaligen Gasthausbesitzer Hugo Diez und dessen Frau Liese gebraucht, die seit Verlust ihres Vermögens 1938 im Gemeindehaus über dem Backhaus gewohnt hatten. Das Gemeindehaus wurde nun für die Gemeinde gebraucht und als Bürgermeisteramt umgebaut. Hugo Diez blieb bis zu seinem Tod in der Baracke wohnen, Liese zog danach in ihre Heinat nach Bad Neustadt ((Kurz vorher musste bei einer Überschwemmung des Friedensrasens noch das Hab und Gut von Diezens gerettet werden, sie konnten nach der Überschwemmung aber wieder zurück in die Baracke.)). Da die Baracke nun leer stand wurde sie abgerissen..

Nun kam die Zeit der Umverlegung der Jüchse. Der Mühlbach und die Jüchse hinter den Häusem wurden verrohrt, die Wässerung wurde eingerissen und auf diesem Gelände das Sportlerhaus gebaut. Der Gänserasen wurde als Gelände für Gärten vergeben und die rechte Friedensrasenseite unter der Eiche so umgestaltet, wie es heute noch ist. Eigentlich sollte auf diesem Platz eine Büste des Mundartdichters Paul Motz aufgestellt werden, jedoch zerschlug sich dieses Vorhaben.

Und wie geht es weiter? Wir werden sehen…

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